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28
Sep
10

Unendliche Sonne / Endless Sun (US 2)

Atlanta. Wenn es eine Stadt mit Sonnengarantie gibt, dann diese.
Tief im Süden der USA.
Riesige Bäume strecken sich der Sonne hin.
Turnschuhe hängen an Elektroverkabelungen über der Euclid-Street.
Morgen spielt CocoRosie dort im Variete-Playhouse.
Wir haben Karten.
Wir! Meine Freundin ist da. Endlich.
Ich hoffe ich schaffe es zum Konzert.

Wir sind in Dad’s Garage bei den Technikproben und haben Donnerstag, den 24. September Premiere
mit unserer Shakespeareversion vom „Big Lebowski“. Es geht super voran.
Wir sind ein Team von 6 Schauspielern, einem Musiker, 2 Beleuchtern, 3 Bühnenbildarbeitern,
ein Regisseur, 2 Stagehands, eine Stagemanagerin, Requisite, ein Maler.
Wenn wir alle in der Pause zusammenstehen -um die 18 Personen-,
bin ich immer wieder erstaunt, wie viele wir sind.
Wir haben eine sehr gute Stimmung.
Endlich mal wieder in einem grossen Team.
Es ist sehr entspannt, hier Theater zu machen.
Die Vorschriften sind etwas dehnbarer.
Man vertraut sich mehr als in Deutschland.
Schauspieler müssen nicht leiden, um an Ergebnisse zu kommen.
Die Menschen packen ihre persönlichen Dramen nicht mit in die Arbeit.
Inhaltlich steht schon alles.
Jetzt arbeiten wir an Umbauten, Übergängen und Feinheiten.
Ich habe 3 Versionen von Hotel California (eine spanische und eine im Beerdigungsmode)
und eine Bob Dylan „Man In Me“-Version gemacht.
Dann noch eine Kampfmusik (sehr wild);
eine Art Soundlogo der Show für die Eröffnungen 1. und 2. Akt (sehr höfisch).
Pornomusik;
ein „Fahstuhlmusik-Hintergrundsgeplänkel für eine Bowlingbahnszene,
eine Trauerreden-Musik.
Immer wieder gibt es eine Zwischenmusik nach den Szenen.
Die erscheint durch das ganze Stück.
Die Melodie darauf passe ich oft dem jeweils erlebten Szenen an.
Ich imitiere Walgeräusche und Möwen, sowie ein Wiesel, ein Auto, Bremsen und Getrappel mit „Umbra“.
Ich habe die Südstaaten-Grillen mit meinem neuen MP3-Recorder (R09-Roland) aufgenommen.
Die untermalen eine Szene -bei Nacht; under the bridge.
Es ist fast unmöglich eine Aufnahme, ohne Nebengeräusche zu machen in der Natur. So viel „Mensch“.
Während ich die Grillen nachts aufnehme, nervt mich das gewaltig.
„Können wir nicht alle mal für ein paar Minuten Stille haben?“, will ich schreien.
Mir gelingen satte 45 Sekunden mit fast keinem hörbaren Nebengeräusch durch Autos, Türen, Menschengerede, Knallen…

Ich habe hier einen jungen, braven, blassen Mann in Shorts und Sandalen gesehen mit einer Waffe am Gürtel.
Das hat mich umgehauen.
Er hätte bei meiner Sparkasse in Neukölln angestellt seien -optisch.
Es beunruhigt mich, dass er eine Waffe hat und ich nicht.
Er sieht ängstlich aus.
Das macht ihn mir nur suspekter mit seiner potentiellen Mörderwaffe.
Ach ja, da fällt mir wieder ein:
ist der Satz, das jeder Soldat ein potentieller Mörder sei noch verboten in Deutschland?
Ich erinnerte mich neulich bei einem Gespräch über „geistige Freiheit“ in den verschiedenen westlichen Ländern daran. Ein Gericht hatte einem Deutschem diesen Satz verboten.
Ein paar Jahre darauf ruft Bush Senior zur Öl-Rückeroberung in Kuwait auf
und Kohl würdigt es mit einigen Einsätzen der deutschen Bundeswehr.
Welche Rolle dabei dieser internationale Waffenschieber Schreiber spielt, weiss ich nicht.
Im Kohl-Korruptionsskandal spielte er eine grosse Rolle.
Die Kanadier mögen diesen „Kanada-Deutschen“ Schreiber nicht.
Er war auch in einen Korruptionsskandal verwickelt mit einem ehemaligen kanadischen Premier. Schreiber…
Ich bin positiv geschockt über Obama.
Beim Zappen erwische ich ihn im TV und er sagt, dass die Wähler, wenn sie einen Wahlaufkleber sehen,
sich fragen sollen: wer hat das finanziert. Die Ölindustrie, die Waffenlobby, die Pharmaindustrie? Wow!
Er zählt noch andere Zweige der Grossindustrie auf. Welch ein Mut.
Mir fällt wieder der kanadische Feuerwehrmann ein,
der sagte, dass im Süden der USA Leute sind, die ihn gerne tot sähen.
Phu… das traut sich keiner von den „industrienahen“ deutschen Politikern.
Obama, ich bin ein wenig begeistert.
Ein leichtes Kribbeln der Hoffnung.
Yes, he can??? Oder alles nur Hollywood?
Ich bin unsicher.
Fakt ist, dass wir und die Amis ziemlich ähnlich leben.
Ich fühle mich sauwohl hier.
Sonne, Musik; Freiheit!

Der Süden. Georgia.
Ich verstehe jetzt mehr den Sound von Standards wie „Summertime“ oder „Georgia on my mind“.
Unendliche Sonne.
Ich stelle mir manchmal Bob Dylan vor, wie er in den 50‘ern anfing hier zu touren.
Musik ist hier schrecklich gern gesehen.
Überall in „Little Five Points“ lauern Musiker.
Viele Bars mit Live-Musik.
Grosser Respekt vor der Musik hier!
„Ey, you wanne hear my Poems?“;
Hip Hopper geben Live-Ausschnitte auf der Strasse zum Besten und verkaufen ihre CDs.
Die sind alle ganz schön gut.
Im Oktober will ich da rein.
Atlanta.
Sehen, wie weit ich hier kommen kann in einem Monat.
Wie ein friedliches Strategiespiel.
Aufbauen, kontakten, jammen, Glück haben, im Fluss leben.
Ich finde das spannend.

Im November kehre ich Heim.
Es ist ein neues Leben, dass da auf mich wartet.
Das Reisen hat mich verändert.
Ich bin immer noch unterwegs. 4,5 Monate.
Der Geist sieht jedes „Ankommen“ als Heimat.
Ich frage mich, ob es mir gefallen wird zurück in Deutschland.
Ich habe keine Lust auf die Reglementierungen.
Das misstrauische beäugen des Anderen…
Den Status eines Musikers dort…
Die Fresse von Christian Wulf als „Präsident der Integration“.
Wenn ich an seine Opfer der niedersächsischen Ausländerpolitik denke wird mir schlecht!
Als erstes zu Hause werde ich ein Bier auf offener Strasse trinken.
Schön, dass Vater Staat mir zutraut, damit umzugehen!

Atlanta 21. September 2010

.

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Atlanta. If there was any city with sun-guarantee, it would be this one.
Deep in the south of the USA.
Giant trees are stretching towards the sun.
Sneakers are hanging from the current line over Euclid Street.
Tomorrow Coco-Rosie is performing at the vaudeville-playhouse.
We’ve got tickets.
Us! My girlfriend is here. Finally.
I hope I’ll make it to the concert.

We are at Dad’s Garage for the technical rehearsals and it’s Thursday, the 24th.
September premiere
With our theatre version of the “Big Lebowski”. We’re making huge progress.
We are a team of 6 actors, 1 musician, 2 lightning technicians, 3 stage designers, one director, 2 stagehands,
one stage manager, stage props, 1 painter.
When all of us are gathering during the break- about 18 persons- I’m always astonished how many we are.
We are in a very good mood.
Finally working in a really huge team again.
It’s really relaxed to act up here.
Instructions are a little more distensible.
One is trusting each other much more than one does in Germany.
Actors don’t have to suffer to achieve some goals.
People don’t merge their private dramas into work.
With regards to content everything’s fixed already.
We’re working on conversion, transition and details.
I’ve got three different versions of Hotel California (one Spanish one and one in the funeral mode)
and one version of Bob Dylan’s “Man in Me”.
Plus some fight-music (very wild);
A kind of the show’s sound logo of the opening 1. and 2. act (very courtly).
Porn music.
An elevator- soundtrack for a bowling lane- scene, some funeral speech-music.
Repeatedly, there is an interlude after the scenes.
It’s occurring throughout the play.
I suit the melody to the accordingly experienced scenes.
I’m imitating wood sounds, seagulls, a weasel, a car, brakes and pattering with “Umbra”.
I recorded the Confederate crickets with the help of my new MP3- recorder (R09-Roland).
They are undermining a scene at night- under the bridge.
It’s nearly impossible to take a record avoiding ambient noises in nature. So much “human”.
It’s troubling me a lot while I’m recording the crickets at night.
“Can’t we just have some silence for some minutes?”, I want to scream.
I succeed in 45 minutes of record without any ambient noise by cars, doors, babbling, snapping…
I’ve seen a young, well-behaving, pale man in shorts and sandals, gun toting.
That hit me.
He could have been employed at my bank in Neukölln-optically.
I’m concerned by the fact that he his wearing a weapon but I am not.
He looks anxiously.
That’s making him to appear just more dubious to me with his potential murder weapon.
Besides, that reminds me of:
Is the sentence, saying each soldier was a murderer, still prohibited in Germany?
I was remembering this recently on a talk about mental freedom in the western world.
A court was baring a German from this phrase.
Some years later Bush-senior is appealing for the oil recapture at Kuwait
and Kohl is savouring it with a number of deployments of the German Federal Armed Forces.
I don’t know which role this international weapon spiv Schreiber plays.
He plays a major role in the Kohl corruption scandal.
The Canadians don’t like this Canada-German Schreiber.
He’s also been involved in a corruption scandal together with a former Canadian premier. Schreiber…
I’m positively surprised on Obama.
By zapping I get him on TV and he says that those electors seeing an election sticker shall wonder:
Who was bankrolling this? The oil industry, the arms lobby, the pharmaceutical industry? Wow!
He lists a number of further branches of industry. What a courage.
I once again remember the Canadian fire fighter who said that there were people in the south of the USA who wanted to see him dead.
Puuh… no one of the industry-oriented German politicians has a heart to do that.
Obama, I’m a little thrilled.
A light prickle of hope.
Yes, he can??? Or everything just Hollywood?
I’m undecided.
The thing is that we’re getting similar to the Yanks.
I am so much comfortable over here.
Sun, music; freedom!

The south. Georgia.
Now I understand the sound of standards way better like “Summertime” or “Georgia on my mind”.
Endless Sun.
Sometimes I imagine Bob Dylan starting to tour over here in the 50s.
One is really fond of music right here.
Musicians are hovering all around “Little Five Points”.
Lots of bars with live music.
I hold the local music in high esteem.
Ey, you wanne hear my Poems?“;
Hip Hoppers are presenting live sections on the streets and sell their CDs.
All of them are really amazing.
In October I want to get there.
Atlanta.
See how far I’ll get within one month.
Like a peaceful strategy game.
Arranging, making contacts, jam, being lucky, living in the stream.
I find this exciting.

I’ll come home in November.
It’s a new life waiting there for me.
The travelling changed me.
I’m still on my way. 4.5 months.
The spirit takes each “arrival” as home.
I wonder whether I will like it back home in Germany.
I don’t go for the regimentations.
The distrustful eyeing of the other…
The status of a musician over there…
The puss of Christian Wulff, being the “President of Integration”.
When I’m thinking of his victims of the Lower Saxon policy on foreigners I get sick!
First thing I’ll do when I’ll be home is having a beer in public.
Nice that father state doesn’t put handling this past me!

Atlanta September 21 2010

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Photos by Photos by Agnieszka Mikolajewicz

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15
Sep
10

Hot-lanta (US 1)

Sep. 2010

Beginning.
The Big Lebowski. Atlanta. Shakespeare.
Ok, a new life again.
I settle down.
Come home.
Kevin’s flat. Arriving.
Somewhere. In Atlanta.

I’m living at “Little Five Points”.
That’s my Kiez.
It’s a nice Kiez.
Coffee shops, comic-, music stores. Clubs, boutiques.
America seems really cool. Pleasant.
Living and letting live.
Not as polite as in Canada.
Laptop-state.
Never saw so many laptops like in a café over here.
About 20 people. All on their own.
Martin Luther is from Atlanta!
I pinned up his “I have a Dream”- speech on my wall at home.
I love such “coincidences”.
I get the feeling to be in “my flow” that way. Well.
Two old Opel GTs got parked in the neighbourhood.
One of them looking silvery, the other one matt black burnished. Gorgeous.
At night the crickets are chirping. I want to record that.
I’m going to buy a field recorder, I think.
I’ll check my finances once again, but if not now, then never.
Besides, I want to be at an American “Guitar-superstore”.
At music stores I become a willing and devoted consumer!

America.
I like it.
Livin’s easy.
The summer finally got me. The south!
By now I’ve got a bomb-proof definition of the word “summer” (according to my point of view):
If you’re able to sit outside at night, wearing a T-shirt. Pleasantly tempered.
That’s summer! Damn shit.
Not those half promises.
No, it’s “Hot-lanta”.
They’re telling me this would still be quite mild. It could be hotter.
I think of South Italy and Malta, where I recently met this kind of heat;
And at the smoker’s lounge at the airport of Singapore.

They, those are the actors and people of the production.
I’m here because of the music for the project:
“The Two Gentlemen of Lebowski”.
It’s about the story of the Cohen-Brothers;
Thus, fabulously brought to the screen with Jeff Bridges, as the “Dude”.
We’re performing on a stage. Theatre.
I’m making music for the theatre here.
Dad’s Garage. Theatre music.
The Big Lebowski in Shakespeare. A mash-up.
I’m a mash-up myself, with my cello and a distortion on.
On stage a giant Monty-Python-like vehicle is waiting for us, called car.
The group’s nice and relaxed.
I’m familiar with this by German theatre companies.
Actors are very good at adjusting themselves to new colleagues.
One finds a kind of basis very soon.
During the next 21 days, we’re going to act more closely together.
It’s important to have a good group-energy.
I believe the cast to be fantastic.
The Dude is inherently really cool.
He reminds me of my old fellow Roland from Kassel.
An unhurried outward appearance. Young-dynamic in spirit; physically a little sluggish- just unhurried.
The Bonny & the Maud is very sexy.
The “Big Lebowski” unbelievable crazy and funny.
And Walter of course- in the film John Goodman, performed by Marc.
Very nice!
A comic-nice stage design, a funny script; light, sound.
It becomes a small, really phat production.
I’m making different versions of “Hotel California”
And Bob Dylan’s great jewel: “The Man in Me”.
It’s fun to sleuth great songwriters.
Bob Dylan is an exceptional musician.
God for everyone who loves a self-determined life and music.

I’m slightly desponding those days.
Big calming down after the “Fringe-Flash”.
I’m hearing of cancer, that caught a beloved, close person in Germany.
Fuck!

5 days left until I’ll finally see my girl-friend again.
Being on the way means that there’s nearly no hold afforded.
My best friends are far away.
To meet her after 3 long months is the biggest and most important highlight of these days.
Ahead of each damn job there’s true love.
Everything would be grey without it.
Colour-, meaning- and fanciless…To me!
Like Bob Dylan describes it in “Man in Me”. I love it:
Storm clouds are raging, all around my door,
I think to myself, I can not take it anymore,
Take a woman like your kind
To find
The man in me!
Oooohhhh, what a wonderful feeling!
Just to know that you are near.
Sets my heart reeling,
From my toe to my ears.

Oh Bob Dylan!
Thereby he uses common harmonies
And turns them a little into his direction. Brilliant!

Yesterday I’ve been to an American guitar-store for the first time.
Invested a lot of money into a field recorder from “Roland”, which was recommended to me by “the plastic bags”.
The empire is growing.
Original sounds, finally. Directly transfer them from “Roland” onto “Knecht Ruprecht” (my computer).
I can deal with it there.

The first stage of rehearsals (scarcely two weeks-for me one and a half) is done.
We’re putting the play aside
And meet on Sunday to have our first “off-book” rehearsal on Shakespeare-Lebowski.
Tomorrow, the Impro-Comedy-Festival “World-Domination” is going to start
-a title which is not used in Germany- for 3 days at “Dad´s Garage”,
“4-Track”, New York; “Crumbs”, “Rapid Fire Theatre”, “Pete &Pat” Canada and others will be there.
A small selection of finest entertainment!
On the opening show I’ll have my first official gig in the USA!
I’m going to accompany the ”Dude” Mike Schatz on the cello,
who’s singing his “rusty trombone”, (an ode to a sexual position.)
Country! Hell, yes!
Afterwards, all of us will go to a strip club, which is supposed to be cool and trashy.
Old women squeezing beer cans with their tits.
I’m really curious.

Friday my Love arrives.
Yes!
We haven’t seen each other for 3 months.
At 7:30 pm her airplane is going to debark in Atlanta.
She’s on vacation.
She’s going to bring home to my heart for 2 weeks.
I’m really excited because of that.
All in all it’s what counts most. Love!

Cultural differences?
Definitely.
On the airport an elderly woman is standing right next to the reception of the debarked planes,
Kissing all soldiers and is repeatedly clapping and screaming:
“For our soldiers! Give it up for our boys!”
I’m so much annoyed by this war- hero-bunk, especially me being German.
I’m really getting upset while watching her.
In Germany, this kind of women had a stake in history as well.
Support our soldiers. A few more kids for Adolf. This is pissing me off!
I want to say something like:
“Heil, yeah, let’s rape some women and make some war. It’s so cool!”
But I don’t.
They are taking this seriously here.
Afghanistan is regarded to be more necessary than the Iraq-deployment.
Is supposed to be humanitarian, this action…

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Sep. 2010

Beginn.
The Big Lebowski. Atlanta. Shakespeare.
Ok, wieder ein neues Leben.
Ich lasse mich nieder.
Kehre Heim.
Kevin’s Wohnung. Komm an.
Irgendwo. In Atlanta.
.
.
.
Ich lebe in „Little Five Points“.
Dies ist mein Kiez.
Es ist ein schöner Kiez.
Kaffee’s, Comic-, Musikläden. Clubs, Boutiquen.
Amerika wirkt sehr cool. Angenehm.
Leben und leben lassen.
Nicht ganz so höflich wie Canada.
Laptop-Land.
Habe noch nie so viele Laptops wie in einem Kaffee hier gesehen.
Etwa 20 Menschen. Jeder für sich.
Martin Luther King kommt aus Atlanta!
Ich habe seine „I have a Dream“-Rede an meiner Wand zu Hause hängen.
Ich liebe solche „Zufälle“.
Dadurch habe ich das Gefühl in „meinem Fluss“ zu seien. Gut.
In der Nachbarschaft stehen zwei alte Opel GT’s.
Einer silbern und einer mattschwarz gerollt. Herrlich.
Nachts zirpen die Grillen. Ich will das aufnehmen.
Ich kaufe mir jetzt einen Fieldrecorder, glaub ich.
Ich check noch mal meine Finanzen, aber wenn nicht jetzt, dann nie.
Ausserdem möchte ich in einem amerikanischem „Gitarren-Superstore“ stehen.
Bei Musikläden werde ich zum willigen und hingebungsvollen Konsumenten!

Amerika.
Es gefällt mir.
Livin’s easy.
Der Sommer hat mich endlich erreicht. Der Süden!
Ich habe jetzt auch eine bombenfeste Definition für das Wort „Sommer“ (in meinem Sinne):
Wenn du nachts im T-Shirt draussen sitzen kannst. Angenehmst temperiert.
Das ist Sommer! Verdammte Scheisse.
Nicht diese halben Versprechungen.
Nein, das ist „Hot-lanta“.
Sie sagen mir, dass das noch recht mild sei. Es könnte heisser sein.
Ich muss an Süditalien und Malta denken, wo mir zuletzt solche Hitze entgegenschlug;
und Singarpur Flughafen -Raucherlounge…

Sie, das sind die Schauspieler und Leute um die Produktion.
Ich bin hier wegen der Musik für das Projekt:
The Two Gentlemen of Lebowski“.
Es geht um die Geschichte der Cohen-Brothers;
so sagenhaft verfilmt mit Jeff Bridges, als dem „Dude“.
Wir spielen auf einer Bühne. Theater.
Ich mache hier Musik für das Theater.
Dad’s Garage. Theatermusik.
The Big Lebowski auf Shakespeare. Ein Mash-Up.
Ich bin auch ein Mash-Up mit meinem Cello und einem Distortion drauf.
Auf der Bühne erwartet uns alle ein riesiges Monty-Python-ähnliches Gefährt, namens Auto.
Die Gruppe ist nett und entspannt.
Ich kenne das von deutschen Theatergruppen.
Schauspieler können sich sehr gut auf neue Arbeitskollegen einstellen.
Man findet sehr schnell eine Art Basis.
Die nächsten 21 Tage werden wir eng zusammen arbeiten.
Es ist wichtig, eine gute Grupppenenergie zu haben.
Ich glaube, dass der Cast fantastisch ist.
Der Dude ist echt cool von Natur aus.
Er erinnert mich an meinen alten Kumpel Roland aus Kassel.
Ein gemütliches Äusseres. Jung-dynamisch im Geiste; körperlich etwas schleppend -gemütlich eben.
Die Bonny & die Maude ist sehr sexy.
Der „Big Lebowski“ unglaublich schräg und witzig.
Und natürlich „Walter“ -im Film John Goodman- gespielt von Marc.
Sehr schön!
Ein witziges-schönes Bühnenbild, ein lustiges Skript; Licht, Sound.
Es wird eine kleine, richtig fette Produktion.
Ich mache verschiedene Versionen für „Hotel California“
und Bob Dylan’s grossartiges Juwel: „The Man in Me“.
Es macht mir Spass auf der Spur grosser Songwriter zu seien.
Bob Dylan ist ein Ausnahmemusiker.
Gott, für alle, die ein selbstbestimmtes Leben und Musik lieben.
.
.
.
Ich verzage leicht, dieser Tage.
Grosses Runterkommen nach dem „Fringe-Flash“.
Ich höre von Krebs, der in Deutschland eine liebe, mir nahestehende Person ergriffen hat.
Fuck !
.
.
.
Noch 5 Tage, dann sehe ich endlich meine Freundin.
Unterwegs seien heisst wenig Halt zu haben.
Meine besten Freunde sind weit weg.
Sie nun nach 3 langen Monaten zu treffen ist mein grösstes und wichtigstes Highlight dieser Tage.
Vor jedem Scheissberuf steht echt Liebe.
Alles wäre so grau ohne sie.
Farb- Sinn- und Fantasielos… Für mich!
Wie Bob Dylan es beschreibt im „Man in Me“. ich liebe es:

Stormclouds are raging, all around my door,
i think to myself, i cannot take it anymore.
take a woman like your kind
to find
the man in me!
Oooohhhh, what a wonderful feeling!
Just to know, that you are near.
Sets my heart areeling,
from my toe to my ears.

Oh Bob Dylan!
Dabei bedient er sich allgemein bekannter Harmonien
und dreht sie ein klein wenig in seine eigene Richtung. Genial!
.
.
.
Gestern war ich zum ersten Mal in einem amerikanischem Guitar-store.
Habe viel Geld in einen Fieldrecorder von „Roland“ investiert, den mir „the plastic bags“ schon empfohlen hat.
Das Imperium wächst.
Endlich O-Töne. Direkt vom „Roland“ in „Knecht Ruprecht“ (mein Computer) stecken.
Dort kann ich dann bearbeiten.

Die erste Probenphase (knapp 2 Wochen -für mich anderthalb) ist vorbei.
Wir legen das Stück zur Seite
und treffen uns Sonntag zur ersten „Off-Book“ Probe am Shakespeare-Lebowski wieder.
Morgen beginnt das Improv-Comedy-Festival „World-Domination“
-ein Titel, den wir in Deutschland nicht benutzen- für 3 Tage in „Dad’s Garage“.
„4-Track“, New York; „Crumbs“, „Rapid Fire Theatre“, „Pete & Pat“ Canada und andere sind da.
Eine kleine feine Auswahl bester Unterhaltung!
Ich habe bei der Eröffnungsshow meinen ersten offiziellen Gig in den USA!
Dort begleite ich auch den „Dude“ Mike Schatz, der seine „rusty trombone“ (eine Ode an eine Sexstellung) singt. Country! Hell, Yes!
Danach gehen wir alle in einen Strip-Club, der cool und trashig seien soll.
Alte Frauen zerdrücken Bierdosen mit ihren Titten.
Bin sehr gespannt.
.
.
.
Freitag kommt meine Liebe.
Yes!
3 Monate haben wir uns nicht gesehen.
Um 19.30 Uhr soll ihr Flieger landen am Flughafen in Atlanta.
Sie macht Urlaub.
2 Wochen bringt sie mir Heimat ins Herz.
Ich bin sehr aufgeregt, deswegen.
Es ist unterm Strich das, was am meisten zählt. Liebe!

Kulturunterschiede?
Definitiv.
Am Flughafen steht beim Empfang der gelandeten Flieger eine ältere Dame,
die allen Soldaten ein Küsschen gibt und immer wieder klatscht und ruft:
„For our Soldiers! Give it up for our boys!“.
Mir geht dieser Kriegsheldenquatsch -grad aus Sicht eines Deutschen- so sehr auf den Senkel.
Ich werde innerlich richtig aufgebracht, während ich ihr zusehe.
Dieser Typ Frauen hat in Deutschland auch seinen Teil der Geschichte beigetragen.
Support our soldiers. Noch ein paar Kinderchen für Adolf. Ich könnte kotzen.
Ich will etwas sagen wie:
„Heil, yeah, let’s rape some women and make some war. It’ s so cool!“
Lasse es aber.
Die meinen das hier ernst.
Afghanistan wird als notwendiger als der Irakeinsatz angesehen.
Soll humanitär sein, diese Aktion…

.

03
Sep
10

Das Ende (ist ein neuer Anfang) / The End (is a new beginning)

Freitag 27. August 2010

Um 6.30 Uhr klingelt mein Wecker, obwohl ich felsenfest überzeugt war, ihn auf 6 gestellt zu haben.
Ich höre mich Fluchen und sehe mich duschen.
Um 7 Uhr bin ich wach.
Maria sieht unten an der Rezeption nicht frischer aus und ruft mir ein Taxi.
Bis 7.30 Uhr packe ich wie blöd.
Hurra: Meine neue Jacke vom „Vintage Glory“ passt noch in das Handgepäck.
Seit ich mitbekomme, mit wie viel Handgepäck manch Tussi fliegt,
nehme ich auch viel mehr in viel grösseren Taschen mit. Das Inventar des mobilen Lebens.
Um 7.35 Uhr verlasse ich das Commercial.
Ein netter Taxifahrer aus dem Norden Iraks (Kurde) erzählt mir von einem Sänger,
der unter Hussein die Wahl hatte: Zunge raus oder die Augen blind.
Er entschied sich für die Blendung der Augen, um weiter singen zu können.
Oh mein Gott. Zu viel Emotion. Zu viel Drama. Was erzählt er mir das am frühen Morgen?
Es ist kaum ein Unterschied in der westlichen Welt zu reisen.
Bei Ländern wie Irak ist das sicherlich erheblich different.
Daher interessieren mich die nicht-westlichen Länder auch immer mehr.
Am Flughafen sehe ich einen etwa 12 jährigen Jungen,
der sich bitter weinend von einer ca. 50 jährigen Frau verabschiedet. Oh mein Gott!
Er ist so traurig und ich sehe, wie stark er dabei ist. Wie er kämpft. So viel Liebe in diesem Bild.

Um 10.15 Uhr geht mein Flug.
Die Kontrollen sind völlig in Ordnung und ich werde sehr freundlich behandelt.
Um 11 Uhr -Verspätung wegen „Sicherheitscheck“- starten wir.
Meine Theorie: Es ging um meinen Rucksack.
Mit dem Loop drin, Akku-Geräten und Verkabelungen könnte ich mir eine Spezial-Untersuchung vorstellen.
Ab nach L.A. -international Airport.
Dort 10 Stunden Aufenthalt und weiter nach Atlanta! („Georgia on my mind…“)
Es fühlt sich grad nichts real an.
Ich sehe 2 Frauen um die 60 Jahre.
Sie sehen aus, wie altgewordene Hippies. Sehr süss.
Sofort habe ich erotische Fantasien. Die sind sexy für ihr Alter!
„LA-Woman“ von den Doors fällt mir ein.
So gegen 12 Uhr verlasse ich Kanada in luftiger Höhe.
Das war es.
Meine Reise.

Es geht jetzt nach Atlanta.
Dort starte ich mit Dad’s Garage die weltweit einzigste Big-Lebowski-Theaterversion (im Shakespeare-Style).
Ein spannendes Projekt.
Ausserdem werden Kevin und ich unsere transatlantische HippHop auf Cello EP recorden.
Davon werde ich in unregelmässigen Abständen von 7-14 Tagen immer mal wieder berichten.
Also schaut rein, wenn ihr wissen mögt,
wie sich eine amerikanische Metropole für ein deutsches, musizierendes Landei anfühlt.

Allen Lesern vielen Dank.
Ohne Zuspruch, wäre es nie so regelmässig weitergegangen mit dem Blog.
Mittlerweile sind über 70 Seiten zusammen gekommen.
Einen Riesendank an Michael Runkewitz, der die Überschriften aussucht und Bilddokumente findet.
Eine Art Lektor, der auch mal nachfragt:
„Sag mal Niko, die Sache mit Wulff und seinem Schwanz in der Küchenreibe bei Familie Merkel.
Sollen wir die nicht rausnehmen?“ 😉
Fetten Respekt für Phine, die so schön ins Englische übersetzt.
Es gab Lob von kanadischer Seite dafür.
Ich habe durch die Übersetzungen selbst noch mein Englisch verbessern können!
Danke Phine und hoffentlich in Bälde auf ein Bier in Weimar/Berlin.
Und sowieso:
Danke Kanada!
Edmonton, Winnipeg,
Karen, Amy, Arlen, Kev, Bursey, Andrew, Katy, Brad, Cadence, Matt, Joe, Joel, Scott,
Thomas, Michi, Uta, Pete, Emo, Agnieszka, Dave, Nika, Mag and Myles, Kelly, Doug
und noch mal Doug, Community Exchange Church Winnipeg, Lukas, Erik, April,
„Fyxx“ on Albert, „Commercial“ on Whyte Ave, Maria, Art, Dylon und Sylver.
Mein Leben ist erfüllt mit sehr viel Support. DAAAAAANKEEEEEE!
Und apropos „blind“ und „Leben“ und überhaupt:
Es gab einen Fringe-Schauspieler, der mich wahnsinnig interessiert hat.
Er ist zu 91% blind.
Er hat mit seiner Figur „Cancer“ eine Soloshow und spielt bei „Freud vs. his Ego“.
Ich ahne in etwa, welche Hürden der Mann auf sich nimmt.
Respekt vor soviel Können gepaart mit Mut!
Das krasse für mich ist auch, dass ich das nie von selbst gemerkt habe, dass er blind ist.
Er ist unglaublich gut und für mich das Symbol des Sommers,
dass wir alle machen können was wir wollen, wenn wir es auch wollen und nicht nur wünschen.
Denn „Wollen“ soll -laut Nietzsche- „Haben“ implizieren…
Sich selbst in die richtige Richtung drehen.
Von dort ein paar Schritte und los geht’s!
Oder wie ich es neulich auf einem Plakat in Calgary gelesen habe:
„Act the way you wanne be and soon you will live the life you act.“ (Leonard Cohen)

T h e E n Continue reading ‘Das Ende (ist ein neuer Anfang) / The End (is a new beginning)’

01
Sep
10

A Little Résumé / Ein kleines Resümee

Thursday, August 26, 2010

My last day in Edmonton.
Once more walking along Whyte Ave.
Buy tobacco for 30 bucks.
Meet Karen, accompany her to the bank, hug Katy.
Greet Todt, from the B-Scenes-Studio, from the other side of the road.
Say goodbye to Maria from the Commercial, tidy up;
Call John, he’ll might come to visit me in Atlanta-;
Say hello and goodbye to Kelly from Winnipeg once more.
I hover between woefulness and unbelievable anticipation to America.
I’ve been in Canada for 9 weeks, now. 5 of them in Edmonton. This city is good to me.
Something is happening here for me.
People like Thomas Scott or Rapid Fire believe in me and allow me to show mine.
(“We show you yours!”)

I’m excited because of the journey tomorrow. USA!
I’ve heard about too many bad stories of this frontier.
Will everything fit into the carpetbags?
Quickly sent a package with useless stuff to Germany, addressed to myself.
6.95kg. 80 bucks…
Meanwhile there arose a fabulous comic-collection. A towel, a T-shirt, etc…
My task for today is: Get rid of the “Twoonies” (2-dollar-coins).
An unbelievable nice and creative task, keeping me busy since the Fringe.
Hotel room, Greyhound, post… everything in Twoonies…
I get shot of 25 of them at the Comic-Bookshop. “Walking Dead 2&3” and “DMZ 3”.
A New-York-Steak at “Chilies’ “. (Alberta Beef… the best!!!”). Luxury!
People are greeting me again and again: “Ey, you are the cellist!”
Yes, I’m cellist, and that’s excellent! Some are also saying: “Ey, great celloing!”
I like “Celloing” very much.
In Canada a lot more people know about the thing I carry around being a cello. “Hey, is this a cello?”
In Germany they predominantly guess “guitar” or “contrabass”. Once, someone called it a “child´s coffin”.
… but this was just a joke.
Canadians are friendlier than Germans. More cooperative.
Canadians are more advanced in terms of the integration of foreign cultures.
They are flexibly developing their “defining culture”.
Canadians have far more land and few inhabitants.
From my point of view Canadians have way more confidence than Germans.
Canadians don’t piss on the streets that often. They are also seldom accosting you!
There are a lot Canadians with German backgrounds.
In Canada the prices are denoted after tax and the pre-tax is frightening for a German.
“less additional”.
Canada is cooler, younger…
Especially in those younger cities like Edmonton or Winnipeg I feel a wind of change.
Intellect within the arts.
Canada has fewer suicides than Germany, which is telling a lot as well.
Germany is on the 5fth rank worldwide.
Since the fifties Germany is publishing no more suicides in the journals.
Except those announcements, which can’t be avoided, like the one of Robert Enke.
I believe Canadians to be more contented.
I hear of fewer complaints about work.
Canadians have hockey, we have football.
With hockey they mean ice hockey.
They are more attuned to winter.
Canadian women have greater breasts, on average (personal statistic investigation).
Maybe Canadians have more hormones in their food,
This could be an explanation for 13-year-olds having huge breasts.
Canadians have the same inhuman politicians like Germans.
Both are quite free states, still.
Canada’s banks have behaved well before the crisis
And because of that they haven’t been caught that badly like Germany.
Ackermann-Schweizer enjoys plenty of rope.
Canada’s parents may choose,
whether they’ll send their children to public schools or to teach them at home.
German parents get fiercely punished when they aren’t sending their children to state-approved schools.
The Kelly’s have been a famous example on how stupid German politics are, forcing parents to do so.
All of them attending school would have made them loose,
what actually mad them grow and fed them: independence!
Canada has free wild animals, like for example, bears, being able to kill humans.
Germany’s Bavarians shot “Bruno, the bear” in 2006.
Canada has natives.
In Germany, nearly all people are natives.
We’re more harshly!
Germany has the Artist’s Social Welfare Fund.
The health-insurance-system for artists. Well…
Canada has really strange ultra-national Christians and their prime minister is one of them.
During his studies, he wrote his final paper entitled: “Why Canada should become an economic part of the USA”.
This paper is nowadays no more detectable.
Germany has a socialistically grown-up, faithless chancellor, who wages war.
Due to the retreated president, Germans are aware of wars being waged for economy.
In Canada the hero-soldiers are presented in the news papers.
One believes in “just wars” for “freedom and democracy”.
Canada celebrates its soldiers killed in action.
Germany is hiding and quite secretly burying them.
Germany has lots of neighbors.
Canada actually has ONE!
In Canada states are often accepting US-dollars.
In 9 weeks I found and collected 49 bucks in my hat.
Both states have really bad television programs.
The media is considering the human to be bad and spreads fear.
I increasingly become aware of the fact that people of both countries are better than depicted by the media.
Canada has much better and cheaper grass.
The Canadian’s handling of grass is exemplary.
Especially with old people, it´s noticeable that they’re able to handle it in a far more honest way.
German and Canadian women are similar in terms of their sexual manners.
There seem to exist few differences concerning sex.
Though… a friend of mine from the Fringe explains to me,
North American women would appear “cleaner” than European ones.
Thereby arose the wish to make them “dirtier”!
Yeah, I get what he means.
I guess homosexuality is more frowned upon in Canada than in Germany.
I rarely noticed gay couples in the streets.
But I´m also really affected by Berlin, where this is no big issue.

Tomorrow I´m going to leave this beautiful state.
Oh Canada.
I can’t imagine, how it would be the other way round,
visiting Germany for 8 weeks, being a Canadian.
Would I have met so much support, friendliness as in Canada?
I want to go back!
Vocational I’d like to join the music-festivals; go to Montreal and Vancouver.
Privately, I’d like to travel from coast to coast, together with my girlfriend.
A road-trip with motel and camping site.
I’d like to go north, to Yukon.
I want to swim with the whales and watch free wolves.
I want to get goose bumps when the polar lights appear.
Experience the cold in the winter time!
Feel in the hot tub, how your hair is freezing at the edge, with -40 degree Celsius!
To take lodgings with the Commercial together with 10 friends from Germany
and celebrate for 7 days and make music.
I want to go to Edmonton once more!

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Donnerstag 26. August 2010

Mein letzter Tag in Edmonton.
Noch einmal die Whyte Ave runterlaufen.
Tabak für 30 Dollar kaufen.
Karen treffen; zur Bank mit ihr gehen; Katy umarmen.
Todt vom B-Scenes-Studio über die Strasse grüßen;
Maria vom Commercial Tschüss sagen; aufräumen;
John anrufen -er kommt vielleicht ein paar Tage nach Atlanta-;
Kelly aus Winnipeg noch mal Hallo und Tschüss sagen.
Ich schwanke zwischen Wehmut und unglaublicher Vorfreude auf Amerika.
9 Wochen war ich jetzt in Kanada. Davon 5 in Edmonton. Diese Stadt tut mir gut. Etwas passiert hier für mich.
Leute, wie Thomas Scott oder Rapid Fire glauben an mich und geben mir die Möglichkeit, meins zu zeigen.
(„We show you ours!“)

Ich bin aufgeregt wegen der Reise morgen. USA!
Ich habe zu viele blöde Geschichten gehört von dieser Grenze.
Wird alles in die Reisetaschen passen?
Schnell noch ein Paket mit unnützem Zeug an mich selbst in Deutschland geschickt. 6,95 Kg. 80 Dollar…
Da ist mittlerweile eine fabelhafte Comic-Sammlung entstanden. Ein Handtuch; ein T-Shirt, etc…
Meine Tagesaufgabe heute heisst: Werde die „Twoonies“ (2-Dollar-Stücke) los.
Eine unglaublich schöne und kreative Aufgabe die mich seit dem Fringe beschäftigt.
Hotelzimmer, Greyhound, Post… alles in Twoonies…
25 von denen werd ich im Comic-Bookshop los. „Walking Dead 2 & 3“, sowie „DMZ 3“.
Ein New-York-Steak bei „Chillies“ (Alberta-Beef…. the best!!!). Luxus!
Immer wieder grüßen mich Menschen: „Ey, you are the celloist!“
Ja, ich bin „Celloist“ und das ist gut so! Manche sagen auch:“ey, great celloing!“
„Celloing“ gefällt mir sehr.
In Kanada wissen mehr Menschen, dass das ein Cello ist, was ich da trage. „Hey, is this a cello?“
In Deutschland raten sie überwiegend Gitarre oder Kontrabass. Einer sagte mal „Kindersarg“
… das sollte aber ein Witz sein.
Kanadier sind freundlicher als Deutsche. Hilfsbereiter.
Kanadier sind weiter in der Integration anderer Kulturen.
Sie entwickeln ihre „Leitkultur“ flexibel.
Kanadier haben erheblich mehr Land und weniger Menschen.
Aus meiner Sicht haben Kanadier mehr Selbstbewusstsein als Deutsche.
Kanadier pinkeln nicht häufig auf die Strasse. Sie pöbeln einen auch selten an!
Es gibt viele Kanadier mit deutschem Background.
In Kanada sind die Preise netto angegeben und das brutto ist für einen Deutschen erschreckend
„weniger oben drauf“.
Kanada ist frischer, jünger…
Grade in den neueren Städten wie Edmonton und Winnipeg spüre ich einen frischen Geist in der Kunst.
Kanada hat weniger Selbstmorde als Deutschland, was auch viel sagt.
Deutschland liegt weltweit auf Platz 5.
Deutschland veröffentlicht seit den 90‘ern keine Selbstmorde mehr in Zeitungen.
Ausser da, wo es sich nicht vermeiden lässt wie bei Robert Enke.
Ich glaube, dass Kanadier zufriedener sind.
Ich höre weniger Klagen über die Arbeit.
Kanadier haben Hockey und wir haben Fussball.
Mit Hockey meinen sie Eishockey.
Sie sind mehr auf Winter eingestellt.
Kanadische Frauen haben durchschnittlich mehr Busen (Eigene statistische Erhebung!).
Eventuell haben Kanadier mehr Hormone im Essen,
was eine Erklärung für 13 jährige mit riesigen Busen seien könnte.
Kanadier haben genauso Menschen verachtende Politiker wie Deutschland.
Noch sind beides recht freie Länder.
Kanadas Banken haben sich gut benommen vor der Krise
und daher hat es sie nicht so erwischt wie Deutschland.
Ackermann -Schweizer- geniesst freies Spiel.
Kanadas Eltern dürfen aussuchen,
ob sie ihre Kinder auf eine staatliche Schule schicken oder zu Hause unterrichten.
Deutsche Eltern werden heftigst bestraft, wenn sie ihre Kinder nicht auf eine anerkannte Schule schicken.
Die Kelly’s waren ein berühmtes Beispiel, wie bescheuert die deutsche Politik seien muss, Eltern zu zwingen.
Wären die alle zur Schule gegangen hätten sie das verloren, was sie gross und satt gemacht hat: Unabhängigkeit!
Kanada hat freie Wildtiere, wie z.B. Bären, die Menschen töten können.
Deutschland’s Bayern erschiessen „Bruno, den Bären“ 2006.
Kanada hat Ureinwohner.
In Deutschland sind fast alle Ureinwohner.
Wir sind rauher!
Kanadas Natur im Norden ist rauher.
Deutschland hat die Künstlersozialkasse.
Ein Gesundheitsversicherungshilfssystem für Künstler. Naja…
Kanada hat ganz schön seltsame ultranationale Christen und ihr Premier ist einer davon.
Er schrieb seine Abschlussarbeit im Studium: „Warum Kanada wirtschaftlicher Teil der USA werden sollte.“
Diese Arbeit ist heute nicht mehr auffindbar.
Deutschland hat eine sozialistisch aufgewachsene, ungläubige Kanzlerin, die Krieg führt.
Deutsche wissen durch den abgegangenen Präsidenten Köhler, dass Kriege für die Wirtschaft geführt werden.
In Kanada werden in den Zeitungen die Heldensoldaten gezeigt.
Man glaubt an „gerechte Kriege“, „für Freiheit und Demokratie“.
Kanada feiert seine gefallenen Soldaten.
Deutschland versteckt sie und verscharrt sie recht heimlich.
Deutschland hat viele Nachbarn.
Kanada hat eigendlich nur EINEN!
In Kanada akzeptieren die Läden oft US-Dollar.
Ich habe in 9 Wochen 49 $ in meinem Hut gefunden und gesammelt.
Beide Länder haben sauschlechtes Fernsehen.
Die Medien gehen vom Schlechten im Menschen aus und verbreiten Angst.
Die Menschen beider Länder sind besser als von den Medien dargestellt, finde ich mehr und mehr heraus.
Kanada hat viel besseres und günstigeres Gras.
Der Umgang der Kanadier mit Gras ist vorbildlich.
Grade bei den alten Menschen merkt man, dass die in Kanada viel ehrlicher damit umgehen können.
Deutsche und kanadische Frauen sind ähnlich im Sexualverhalten ;).
Es gibt wohl wenig kulturelle Unterschiede iim Sex.
Obwohl… ein Freund hat mir auf dem Fringe erklärt, die Frauen wirken „sauberer“ in Nordamerika als in Europa. Dadurch entstehe der Wunsch, „sie dreckig zu machen“!
Ja, ich kann nachempfinden, was er meint.
Ich glaube Homosexualität ist in Kanada verpönter als in Deutschland.
Ich habe kaum schwule Pärchen auf der Strasse gesehen.
Bin aber auch sehr Berlin geprägt, wo das kaum ein Thema ist.

Morgen verlasse ich dieses schöne Land.
Oh Canada.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie es jetzt andersrum wäre,
also als Kanadier für 8 Wochen nach Deutschland zu kommen.
Ob mir dort so viel Hilfe, Support und Freundlichkeiten angeboten worden wäre,
wie ich es in Kanada erlebt habe?
Ich will zurück!
Beruflich würde ich gern auf die Musik-Festivals; nach Montreal und Vancouver.
Privat würd ich gern von Küste zu Küste in 6-8 Wochen mit meiner Freundin.
Ein Roadtrip mit Motel und Campingplatz.
Ich würd gern in den Norden, nach Yukon.
Ich will mit Walen schwimmen und Wölfe frei sehen.
Ich möchte Gänsehaut bekommen, wenn das Polarlicht auftaucht.
Die Kälte im Winter erleben!
Im Hottub spüren, wie das Haar am Rand festfriert bei -40°C.
Mich mit 10 Freunden aus Deutschland im Commercial einmieten und 7 Tage lang feiern und Musik machen.
Ich will noch mal nach Edmonton!

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Cellolitis@Edmonton Fringe August 14, 2010 (Photo by sccn)

Cellolitis@Edmonton Fringe August 14, 2010 (Photo by sccn)

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Cellolitis@Edmonton Fringe August 14, 2010 (Photo by sccn)

Cellolitis@Edmonton Fringe August 14, 2010 (Photo by sccn)

30
Aug
10

Gypsies of the Night

Mittwoch 25. August 2010

Um 10 Uhr steh ich auf und Jimbo macht ein fantastisches Frühstück.
Er war 6 Wochen im Fringe-Circle und freut sich auf seine Küche.
Ich packe meinen kleinen Rucksack und mache mich auf den Weg nach Downtown.
Ich häng öfter hier im Cafe Rosso ab auf der 8.Ave. Internet und Kaffee.
Noch vielleicht 2 Tage. Alles stellt sich heut und morgen raus.
Oh Kanada.
10 Wochen.
70 Tage.
Jeder 5. Tag in meinem Leben in 2010 ist ein kanadischer.
Ich bin glücklich so tief in diese Kultur eindringen zu dürfen.
Es ist ein freundliches Land. Eine „neue“ Kultur. Es fühlt sich frischer an.
In einer Stadt wie Winnipeg könnten 4-5 Menschen, die sich zusammentun eine Menge erreichen.

Ok, ich gehe los zum Konsul!
Im „Olympia Park Rink“ -eine schöne künstliche Oase in Downtown- hänge ich ab
und unterhalte mich mit Dolores einer Native-Frau, die neben mir im Grün geschlafen hat.
Sie reist herum im Sommer. Eine „saisonale“ Wohnungslose.
Sie ist um die 50; recht dick und dem Alkohol nicht abgeneigt.
Sie schnorrt sich eine Zigarette.
Für heute Nacht sucht sie eine bessere Unterkunft, da die Matte auf der sie geschlafen hat zu dünn war.
I am used to Luxus“, lacht sie mit fehlenden Zähnen.

Beim Konsul bekomme ich meinen Pass ausgehändigt.
Es ist ein „Ja“.
Mein Herz springt über vor Freude.
Wieder einmal bringt mich Kevin Gillese in ein neues Land.
Diesmal: Die USA! Mit Arbeitserlaubnis
(und ich habe mitbekommen, was das für ein Akt ist.
Du musst in Amerika nachweisen,
dass NIEMAND im Lande (380 Mio Einwohner) deinen Job besser machen kann.
Ich habe die Unterlagen der Anwältin -etwa 80 Seiten- durchgeschaut.
Briefe aus Australien und Kanada, die mich empfehlen.
Kritiken aus aller Welt. Eine Prüfung durch ein amerikanisches Musikinstitut. Alle glauben an mich. YES!)

Mal Hand aufs Herz.
Viele von uns hassen diese von der Rüstungsindustrie geprägte Aussenpolitik dieses Landes.
Den viel zu grossen Einfluss des Pentagons auf die Senatoren.
Vom Standpunkt eines Musikers jedoch ist es eines DER Länder.
Die Amis, die ich bislang so getroffen habe waren unglaublich cool und weltoffen.
Ich bin saugespannt.
Mein neuestes Abenteuer.
Gleichzeitig fällt eine enorme Last von meinen Schultern:
Ich habe alle Shows in Europa für den Zeitraum von 2,5 Monaten gecancelt. Und es waren einige.
Ein „Nein“ wäre ein wahnsinniger wirtschaftlicher Verlust für dieses Jahr geworden.
Der Notfallplan beinhaltete eine Strassentour weit in den Februar hinein.
Nun bleibe ich auf der Spur.
Mein Imperium wächst und ich bin ein stolzer König darin!!!!!
Ich will tanzen, lachen… Ich will laut jubeln.
Ich schreite voller Stolz durch Calgary! 26 Grad; Sonne…
Ich will keinem der Städte unrecht tun, aber Calgary erinnert mich vom Spirit an München.
Feiste Bauern, die eine grosse Stadt gründen, sie kontrollieren und damit „klein“ halten.
Aber wer weiss. Ich hab ja nur in Downtown rumgehangen.
Mit einem Taxi fahre ich zum Greyhound-Depot.
Heute Abend werde ich „Umbra“ wieder in die Arme nehmen können.
Ich habe Dylon im Commercial angerufen. Kein Problem; der Raum ist mir weiter gewährt.
Endlich wieder Edmonton!

Um 18 Uhr geht es los.
Ein letztes Mal Greyhound… ein letztes Mal Prärie!
4 Stunden dauert die Fahrt. Ein echter Katzensprung für die Kanadier.
Das Fringe ist vorbei und mir fallen alle meine Kollegen ein. Die Fringe-Performer.
Manchmal sass ich in der Buskerhorde auf dem Fringeground und habe mir still alle angeguckt.
Für mich sind das Helden. Menschen, die aus Nichts Gold machen.
Die ein Leben bestehen mit nichts weiter als 6 Hula-Hoop-Reifen oder 3 Tassen.
Lebensunterhalt mit Basketbällen, Worten, Reimen, Gesang, Fussbällen, Spielkarten etc…
Ich bin sehr stolz zu dieser Gruppe zu gehören mit meinem Stück Holz und 4 Stahlsaiten.
Wir sind Projektionsfläche für ein in Freiheit bestimmtes Leben.
Zwar nicht so konkret wie die RAF, aber wir leben Träume.
Wir erfahren viel von vielen Menschen.
Wir sehen die Schicksale täglich.
Dabei wird gelitten, gelebt und gefeiert.
Ständige Unsicherheiten. Reichste Tage… Ärmste Tage… Pech und Glück so dicht jeden Tag.
Während alle ausziehen um zu feiern, packen wir unsere Arbeitsutensilien und „arbeiten“ auf diesen Parties.
Wir lächeln, wenn ein Besoffener uns zulabert.
Wir spenden den Obdachlosen, denen die Strasse das ganze Jahr „gehört“!
Wir sind Helden… Oder wie es Chris Craddock einmal sagte:“ We are the Gypsies of the Night!

Die Sonne geht unter, während wir durch die weite Landschaft fahren.
Spät abends komme ich im Commercial an.
Maria sitzt am Frontdesk und mein Herz springt über vor Freude dieses vertraute, freundliche Gesicht zu sehen.
Ich bin „zu Hause“!

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Wednesday, August 25, 2010

I get up at 10 am and Jimbo prepares a wonderful breakfast.
He’s been at the Fringe-Circle for 6 weeks and looks forward to his kitchen.
I pack my small bag and head for downtown.
I often hang around at the Café Rosso in the 8th Ave. Internet and coffee.
Maybe two days left. Today or tomorrow, everything will turn out.
Oh Canada.
10 weeks.
70 days.
Every 5th day of my life is a Canadian one.
I’m happy to be able to enter this culture that deeply.
It’s a friendly state. A “new” culture. Feels fresher.
In a city like Winnipeg, 4-5 people allying could make such a difference.

Ok, I’m heading for the consul!
I hang around at the “Olympia Park Rink”, -a nice artificial oasis at downtown-
and chat with Dolores, a Native-woman, who was sleeping right next to me on the lawn.
She is travelling around in the summer. A “seasonal” houseless.
She’s about 50; quite fat and not averse to alcohol.
She’s scrounging a cigarette.
For tonight she’s searching for a better accommodation, as the mat she was sleeping on, has been too thin.
“I am used to luxury”, she laughs with missing teeth.

At the consulate I get issued with my passport.
It’s a “Yes”.
My heart is pounding of joy.
Once again Kevin Gillese brings me into a new land.
This time: the USA! With an employment permit
(and I noticed the huge amount of work behind it .
You’ve got to prove in America
that there is NO ONE in this country- 380 million inhabitants- who better suits this job than you do.
I’ve looked through the lawyer’s documents- about 80 pages.
Letters from Australia and Canada, recommending me.
Raps from all over the world. An assessment of an American music institute. Everyone believes in me. YES!)

Let’s face it.
Lots of us hate the foreign politics of this state, affected by defence industries.
The pentagon’s too great influence on its senators.
From a musician’s point of view it’s one of THE states.
The Yanks I met so far have been unbelievable cool and cosmopolitan.
I’m so curious.
My latest adventure.
Simultaneously, I am enormously relieved:
I cancelled all shows in Europe in a time span of 2.5 months. And there have been several ones.
A “No” had been a huge economic wastage for this year.
The contingency plan included a street tour, lasting until the middle of February
Thus, I’m keeping at the old plan.
My empire grows and I’m its proud king!
I want to dance, to laugh, to cheer loudly.
I’m proudly pacing through Calgary! 26 centigrade; sun…
I don’t want to wrong any of the cities, but in terms of spirit, Calgary reminds me of Munich.
Fat farmers, founding a town, controlling it to keep it “small”.
But who knows. I just hang around at downtown.
I take a taxi to the Greyhound-depot.
Tonight I’ll be able to hug “Umbra” again.
I called Dylan at the Commercial. No problem. The room is still guaranteed to me.
Finally Edmonton again!

We start at 6 pm.
Greyhound for the last time… The plains for the last time!
The drive takes 4 hours. For the Canadians this is just a stone’s throw.
The Fringe is over and I get reminded of all of my colleagues. The Fringe-performers.
Sometimes I sat in the middle of the busker-crowd on the Fringe ground and silently watched everyone.
Those are heroes to me. People, who are making gold out of nothing.
Who stand their ground with nothing except 6 hula-hoops or 3 cups.
Subsistence with basket balls, words, rhyme, singing, foot balls, playing cards, etc…
I am very proud to be part of that group with my piece of wood and its four chords.
We are the projection screen for a free and self-determined life.
Indeed not the precise as the RAF, but we are living our dreams.
We’re getting to know a lot about many people.
We’re seeing the destinies every day.
Thereby there is suffering, living and celebrating.
Constant insecurity. Richest days…Poorest days… Misfortune and luck so close each day.
While everyone departs to celebrate, we are packing our equipment and “work” at those parties.
We’re smiling, when a drunk babbles towards us.
We administer to the homeless, who “own” the street throughout the whole year!
We are heroes, or, like Chris Craddock once said: “We are the gypsies of the night!”

The sun sets, while we are driving through the broad landscape.
Late at night, I arrive at the Commercial.
Maria sits at the front desk and my heart is pounding of joy when seeing this familiar, friendly face.
I’m “at home”!

.

29
Aug
10

Consulate / Konsulat

Tuesday, August 24, 2010

My alarm clock rings at 6 in the morning.
I shave, have a shower once again-it’s like a dream, this summer rain-drizzle-shower.
I put on my suit and set out for the American Consulate after breakfast.
I helplessly loose my way in downtown and arrange for a taxi.
A friendly security-guard asks for a money transfer form.
So I have to go to the bank and deposit 160 additional bucks for my visa.
Besides, I have to return my rucksack to the hotel. No bags permitted.
Around 11:00 I’m “taken care of”.
Lots of people are sitting there.
I’m talking to a South African for a while, who was teaching English for 1.5 years in Hong Kong
and aims to study at California now.
My inquiry is very nice and short.
Tomorrow at 15:00, they’ll hand the passport and the visa to me.
I’m asking whether this would be possible for today as well, as I’m from Edmonton.
“Yes, but without guarantee” Hui…

I’m checking out of the hotel.
I’m hanging around in downtown, now;
Waiting and hoping for getting “home” by the Greyhound today.
Yeah, the Commercial became a kind of home to me.
Some of the employees there: Maria, Dylan and Silver are some kind of “Kiez”-friends, I’m daily meeting.
Dylan and Maria are musicians, too.
I don’t want to get stored -vacuum-packed- at Calgary-Downtown, tonight.
I want my life in Edmonton back!
Hell, yes!
I send a mail to Karen and Kevin telling that I have a go on Thursday.
Karen is arranging the flight to Atlanta now.
Then I’ll come to know, when I’m going to arrive in Atlanta.
I skype with my girlfriend.
Three more weeks, then we’ll hug in Atlanta…Huuu, it’s time.
I never again want to travel around for 4.5 months at a stretch!!!
She vanishes to DJ at Berlin’s music scene
And I keep on waiting for my consulate-appointment at 15:00.
Around 14:00 I bring my rucksack to the hotel.
As you’re not allowed to bring something with you to the consulate.
At 15:10 a security guard finally arrives at the hall and informs the waiting:
“Sorry, we don’t have passports for you today.”
Fuck! One more night at Calgary.
I don’t want to go back to this hotel.
It’s nice but this aseptic, disinfected “Ikea- for- wealthy-world” is not my thing.
I pound some hostels and call hotels..
The daft thing is, my passport stays with the Yanks for control.
I don’t have a check card, either.
Thus, I’m out of all filing- schemes and stay homeless.
I wish for finding something like Berlin’s “Hotel am Hermanplatz”, the jail hostel at Ljubjana;
The Theaterhotel at Halle;
The cool “Pension Mozart” at Vienna
Or the best of all: A hotel at Paris, which I won’t name here, as I’ll keep it secret!
I call Jimbo, the magician.
He tells me to come around and sleep over there.
Hurray! They shall be celebrated, these friendly Canadians.
Bonnie and him are simply cool and normal!
It’s like a dream for me,
I’m in need of “private energy”. It’s good to me.
Dan from Australia, whom I’m still meeting, just spent the night at Jimbo’s as well.
He’s been at the Winnipeg- and Edmonton-Fringe, as well.
I spend the evening on a couch; watching TV! A dream for today!
“America’s got Talent!”, a similarly daft Star-Search-Show like “Deutschland sucht den Superstar”.
Two 11- years-old knock me for a loop. Way too professional for their age. WOW!

I’m searching for notes of “Hotel California” on the web.
Meanwhile, I type in the word “church” in addition, when searching for legally protected notes.
Many musicians from church-communities passionately share guitar harmonies of big “stand arts”.
No one of them is wracking his brain about copyrights.
I love the original bass of this piece.
I never recognized how ingenious it is!
On the internet someone ( I guess a German) is insulting the Commercial Hotel.
I’m pissed.. My Commercial!

Title: A damn joke
After paying full rack rate and requesting a non-smoking room I got a smelly smoking room that would far better suit a welfare bum. It badly needed paint, the TV barely worked at all and one needed to go upstairs to take a shower. The bathroom stank to high heaven, almost to the point of nausea. I was awakened twice by the phone ringing, the second time at 3:00am. Customer service is a joke. The Amy Whinehouse look-a-like was obviously more interested in anything OTHER than dealing with customers.Stay far, far away from this joke. I wouldn’t stay there again if it was free.

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Dienstag 24. August 2010

Um 6 Uhr morgens klingelt mein Wecker.
Ich rasiere mich, dusche erneut -es ist wirklich ein Traum, diese Sommerregen-Nieseldusche.
Ich ziehe meinen Anzug an und mache mich nach dem Frühstück auf den Weg ins amerikanische Konsulat.
Ich verlaufe mich hilflos in Downtown und lasse mich mit einem Taxi vorfahren.
Ein freundlicher Security-Guard fragt nach einem Überweisungsformular.
Ich muss also noch zur Bank und weitere 160 Dollar einzahlen für mein Visum.
Ausserdem muss ich meinen Rucksack ins Hotel zurückbringen. Keine Taschen erlaubt.
Gegen 11 Uhr bin ich „in Behandlung“.
Da sitzen viele Menschen.
Ich unterhalte mich ein wenig mit einem Südafrikaner, der 1,5 Jahre Englisch in Hongkong unterrichtet hat
und jetzt in Kalifornien studieren möchte.
Meine Befragung ist sehr nett und kurz.
Morgen wollen sie mir meinen Pass und das Visum um 15 Uhr aushändigen.
Ich frage, ob dies auch heute möglich sei, da ich ja in Edmonton lebe.
„Ja, aber ohne Garantie“. Hui…

Ich checke aus dem Hotel aus.
Nun sitze ich in Downtown rum;
warte und hoffe, dass ich heut noch mit dem Greyhound „heim“ komme.
Ja, das Commercial Hotel ist schon eine Art Heimat für mich geworden.
Einige der Angestellten dort: Maria, Dylan und Silver sind wie Kiez-Bekannte, die ich täglich treffe.
Dylan und Maria sind auch Musiker.
Ich will nicht in Downtown-Calgary Vakuumverpackt gelagert werden heut Nacht.
Ich will mein Leben in Edmonton zurück!
Hell, yes!
Ich maile Karen und Kevin, dass ich ein Go für Donnerstag habe.
Karen macht jetzt den Flug nach Atlanta klar.
Dann erfahre ich, wann ich in Atlanta ankommen werde.
Ich skype mit meiner Freundin.
Noch 3 Wochen, dann werden wir uns in Atlanta in die Arme nehmen… Huuu, es wird Zeit.
Ich wil nie wieder am Stück 4,5 Monate reisen!!!
Sie entschwindet, um in der Berliner Musikszene ein paar Platten aufzulegen
und ich warte weiter auf meinen Konsulatstermin um 15 Uhr.
Gegen 14 Uhr bringe ich meinen Rucksack zum Hotel.
Man darf ja nichts mitnehmen ins Konsulat.
Um 15.10 Uhr kommt endlich ein Security-Wachmann in die Halle und teilt den Wartenden mit:
“Sorry, We do not have Passports today for you.“
Fuck! Noch eine Nacht in Calgary.
Ich will nicht zurück in dieses Hotel.
Es ist schön, aber meine Welt ist nicht diese klinisch, desinfizierte „Ikea-für-Reiche-Welt“.
Ich klappere ein paar Hostels ab und telefoniere mit Hotels.
Das bescheuerte ist, dass mein Pass nun bei den Amis zur Kontrolle liegt.
Ich habe auch keine Checkkarte.
So falle ich aus allen Anmeldeschemen heraus und verbleibe Obdachlos.
Ich wünschte mir hier etwas zu finden wie das Berliner „Hotel am Hermanplatz“;
das Gefängnishostel in Ljubjana;
das Theaterhotel in Halle;
die abgefahrene „Pension Mozart“ in Wien
oder das Beste von allen: ein Pariser Hotel, dass ich hier nicht nenne, weil ich es geheim halten will!
Ich rufe Jimbo den Zauberer an.
Er sagt, ich soll bei ihm vorbei kommen und dort schlafen.
Hurray! Hoch sollen sie Leben, diese freundlichen Kanadier.
Bonny und er sind einfach cool und normal!
Es ist ein Traum für mich.
Ich bedarf „privater Energie“. Es tut mir gut.
Bei ihm hatte auch grad Dan aus Australien übernachtet, den ich noch antreffe.
Er war mit beim Winnipeg und Edmonton Fringe.
Ich verbringe den Abend auf einer Couch; Fernsehen gucken! Ein Traum für heut!
„America’s got Talent“ -eine ähnlich bescheuerte Star-Search-Show wie „Deutschland sucht den Superstar“.
Zwei 11 jährige hauen mich um. Viel zu professionell für ihr Alter. WOW!

Ich suche Noten von „Hotel California“ im Web.
Ich gebe mittlerweile auf der Suche nach rechtlich geschützten Noten immer noch das Wort „Kirche“ mit ein.
Viele Musiker aus Kirchenkreisen teilen mit Begeisterung Gitarrenharmonien von grossen „Standarts“.
Über die Rechte macht sich da keiner einen Kopf.
Der originale Bass aus diesem Stück gefällt mir sehr.
Mir war nie klar, wie geistreich er ist!
Im Internet beleidigt ein Typ (Ich vermute ein Deutscher) das Commercial Hotel.
Ich bin stocksauer. Mein Commercial!

Überschrift: A damn joke
After paying full rack rate and requesting a non-smoking room I got a smelly smoking room that would far better suit a welfare bum. It badly needed paint, the TV barely worked at all and one needed to go upstairs to take a shower. The bathroom stank to high heaven, almost to the point of nausea. I was awakened twice by the phone ringing, the second time at 3:00am. Customer service is a joke. The Amy Whinehouse look-a-like was obviously more interested in anything OTHER than dealing with customers. Stay far, far away from this joke. I wouldn’t stay there again if it was free.

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28
Aug
10

Calgary

Montag 23. August 2010

Um 9 Uhr stehe ich auf.
Kaffee auf der Whyte Ave.
Es ist saukalt auf einmal.
Als wäre mit dem Ende vom Fringe der Winter eingebrochen…
Der Comic-Laden hat noch zu.
Ich brauche unbedingt „Walking Dead Vol. 2“.
Die Geschichte beginnt ausgerechnet in Atlanta und macht irren Spass zu lesen.

Ich verlängere meinen Aufenthalt im Commercial um 2 Nächte.
Umbra bleibt dort in Edmonton und ich mache mich ohne sie auf die Reise.
Wir gehen getrennte Wege.

Um 11 Uhr fahren James, der Zauberer und seine Freundin am Hotel vor.
Ab nach Calgary.
Um 8.30 Uhr habe ich da einen Termin morgen früh beim Konsulat der USA.
Wir machen einen Zwischenstop auf halber Strecke,
um bei der Schwester der Freundin einzukehren.
Mittagessen.
Ein kleines Dorf irgendwo in Alberta.
Wir reden über die Fringefestivals. Erlebnisse, Erfahrungen…

Gegen 17 Uhr werde ich direkt vorm Calgary-Tower in Downtown rausgelassen.
Jetzt bin ich gespannt, was für ein Hotel wohl dieses „Germain“ ist.
Uh, es ist nobel.
Ich habe ein Einzelzimmer mit einem riesigem Bett.
Die Dusche ist ein Traum.
Eine Nasszelle von deren Decke man eine Art Sommerregen regeln kann. Fantastisch.
Ich will gar nicht mehr raus aus der Dusche.
Ansonsten nerven mich diese Gebäude, die einen Verschlucken.
Kein Fenster kann man aufmachen.
Alles Klimaanlagen gesteuerte Luftzirkulationen.
So was hasse ich. Speziell als Raucher. Kein Fenster… FUCK!

Ich latsche ein wenig durch Downtown.
Trinke ein Bier.
Ich bin aufgeregt wegen morgen.
Zu viel Arbeit ist bislang gemacht worden für dieses Arbeitsvisum.
Ganz zu schweigen von den über 1.000 $, die bislang dafür investiert wurden.
Es wäre so blöd, wenn ich das jetzt aus irgend einem Grund verkacke.

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Monday, August 23, 2010

I get up at 9.
Coffee in the Whyte Ave.
It’s really cold suddenly.
As the winter came with the end of the Fringe…
The comic-store is still closed.
I absolutely need “Walking Dead Vol. 2”.
Of all places, the story starts in Atlanta and is a lot of fun to read.

I lengthen my stay at the Commercial for 2 more nights.
Umbra will stay there at Edmonton and I’ll travel without her.
We are taking separate ways.

At 11.00, Jimbo, the magician, and his girlfriend are arriving at the hotel.
Heading for Calgary.
I have an appointment at 8:30 tomorrow morning, at the consulate of the USA.
Halfway, we have a stopover,
To stop for a bite to eat at the girlfriend’s sister’s.
Lunch.
A small village in the middle of Alberta.
We´ re talking about the Fringe festivals. Adventures, experiences…

About 17:00, I get dropped right next to the Calgary-Tower in downtown…
Now I’m curious what kind of hotel this “Germain” is.
Uh, it’s classy.
I’ve got a single room with a huge bed.
The shower is a dream.
A shower cubicle from whose ceiling you can regulate a kind of summer rain.
Fantastic.
I don’t want to leave it anymore.
Apart from that I’m annoyed by those buildings that are swallowing you.
You can’t open a single window.
Everything is air conditioning-regulated circulation of air.
I hate stuff like this. Especially me being a smoker. No window…FUCK!

I tramp through downtown a bit.
Have a beer.
I’m excited about tomorrow.
There’s been too much work done for that work visa, so far.
Not to mention over 1000$ which have been invested into that, up to now.
It would be so stupid me cocking this up now for any reason.

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